of Keomas Castle & of Grey Moon - Zuchtgemeinschaft

Frühkastration







Was bedeutet eigentlich „Frühkastration"?


Generell bedeutet Frühkastration nichts anderes, als dass die Katze vor Eintritt der Geschlechtsreife kastriert wird. Dies ist aus medizinischer Sicht sinnvoll und wird auch von allen aufgeklärten und verantwortungsbewussten Tierärzten so gehandhabt.

Dass die Kastration vor der Geschlechtsreife erfolgen sollte, steht inzwischen aus medizinischer Sicht längst außer Frage; die Diskussion dreht sich im Moment nur um die Frage, wie viel früher dies geschehen sollte. Wie so oft im internationalen Vergleich stecken wir in Deutschland mit unseren Erkenntnissen noch in den Kinderschuhen. In den USA und in anderen europäischen Ländern hingegen wird die Frühkastration bereits seit mehreren Jahrzehnten ohne irgendwelche Nachteile durchgeführt. Glücklicherweise gehen auch in Deutschland immer mehr Tierheime und Züchter dazu über, ihre Jungkatzen frühzeitig kastrieren zu lassen, um sicherzustellen, dass diese die Katzenschwemme nicht weiter forcieren.

 

Gefahren der späten Kastration


Die gängige Praxis bringt viele Nachteile mit sich. Zum einen ist es schwer vorhersagbar, wann eine Katze geschlechtsreif wird - besonders bei Tieren mit Freigang. Dieser Zeitpunkt wird zumeist verpasst, und die Katze ist dann entweder hormongesteuert entlaufen, trächtig oder dauerrollig! Zum anderen ist eine rollige oder gar trächtige Katze einer großen Hormonbelastung ausgesetzt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Zysten führt und später einmal Tumorwachstum und Krebs Vorschub leisten kann. Wird eine unkastrierte Katze zum Schutz vor Schwangerschaft ausschließlich in der Wohnung gehalten, wird sie dauerrollig und regelrecht „hormonell vergiftet"; hat sie Freigang, wird sie von ein bis mehreren Katern geschwängert, läuft Gefahr, sich durch den Nackenbiss des Katers Katzenaids, Leukose oder eine andere Infektionskrankheit einzufangen und setzt außerdem noch jede Menge Welpen in die Welt.

Das Infektionsrisiko durch den Paarungsbiss, der Stress der Rangordnungskämpfe und die Auszehrung durch die Geburten führen dazu, dass freilebende Katzen, die häufig werfen, ein deutlich verkürztes Leben haben. Auch Katzen, die in Wohnungshalten gedeckt werden, laufen Gefahr, durch mehrere Geburten Erkrankungen der Fortpflanzungsorgane zu erleiden. Scheinträchtigkeit, Zysten, Myome (Polypen des Scheidenvorhofs), Gebärmuttervereiterung und Entartungen an der Gebärmutter sind einige dieser klassischen Krankheitsbilder unkastrierter Katzen mittleren Alters. Eine Gebärmutterentzündung z.B. führt zum Tode, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und operiert wird.

 

Vorteile der frühen Kastration


Um den oben genannten Problemen vorzubeugen spricht alles dafür, seine Katze vor der Rolligkeit kastrieren zu lassen. Was spricht dagegen?

Lange standen Befürchtungen im Raum, eine Kastration vor der Geschlechtsreife könne zu Zwergwachstum führen oder Harnwegserkrankungen begünstigen. Beides wurde inzwischen durch intensive medizinische Studien eindeutig widerlegt. Hormone spielen, wie sich herausgestellt hat, eine zu vernachlässigende Rolle beim Knochenwachstum. Ihr Einfluss auf den Knochenbau liegt bei unter 2%. Das bedeutet, dass 98% des Körperbaus genetisch vorprogrammiert sind! Wenn sie aus dem Welpenalter raus sind, schießen Katzen in die Höhe. Dieses Phänomen kennen alle Katzenbesitzer nur zu gut. Das kompakte Kätzchen wächst plötzlich in den Himmel, und man sieht vor lauter Beinen plötzlich die Katze nicht mehr. Diese Erscheinung ist völlig normal und hat nichts mit kastriert oder unkastriert zu tun!

Bei einer unkastrierten Katze spielt der 2%ige Hormoneinfluss nur dann eine Rolle, wenn das „Längenwachstum" der Knochen noch nicht beendet ist, sobald sie geschlechtsreif wird. Vereinfacht gesagt begrenzen dann die einsetzenden Geschlechtshormone das Wachstum der Längsknochen, sofern dieses noch nicht abgeschlossen ist. Wird die Katze kastriert, bevor die Geschlechtshormone ihre Aufgabe beendet haben, ist es so im Einzelfall möglich, dass die Katze etwas größer wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist, wie bereits erwähnt, sehr gering: Sie beträgt lediglich 2% und betrifft alle Tiere, die vor der Geschlechtsreife kastriert wurden, unabhängig vom Zeitpunkt der Kastration!

Ebenfalls gänzlich unabhängig vom Zeitpunkt der Kastration haben kastrierte Kater prinzipiell eine geringere Muskelmasse als ihre unkastrierten Artgenossen. Dies ist logisch, denn ein freilebender Kater muss sich ja das Privileg erst erkämpfen, seine Gene in die nächste Runde bringen zu dürfen.

 

Der richtige Kastrationszeitpunkt


Wenn man einmal begriffen hat, dass und warum die Kastration vor Eintritt der Geschlechtsreife erfolgen sollte, kann man sich um den idealen Zeitpunkt der Kastration Gedanken machen. Viele Katzen werden bereits im Alter von 4-5 Monaten geschlechtsreif, und da aus medizinischer Sicht alles dagegen spricht, Katzen einmal rollig oder gar trächtig werden zu lassen, sollte die Kastration folglich vorher durchgeführt werden. Prinzipiell kann man sagen, dass es günstig ist, seine Katze so früh wie möglich kastrieren zu lassen, denn je jünger das Tier ist, desto besser verkraftet es die Operation.

 

Der ideale Zeitraum für die Kastration Ihrer Katze ist der 3. Lebensmonat.


Die inzwischen von unabhängigen Instituten in Auftrag gegebenen Langzeitstudien sprechen da eine klare Sprache:

1. Die Operation ist kürzer.
2. Die Operation ist einfacher, da die Keimdrüsen frei liegen und noch nicht von Fettgewebe überlagert sind.

Dadurch gibt es...
3. weniger Komplikationen,
4. weniger Blutungen.
5. Die Narkosezeit ist kürzer, und die Narkose wird viel besser vertragen.
6. Der Heilungsprozess verläuft wesentlich schneller.
7. Das Tier ist schneller wieder fit.
8. Das Risiko von Gebärmutterkrebs sowie anderen Krebsarten geht gen Null, wenn die Katze nie einer Hormonbelastung ausgesetzt ist.

Prof. Dr. Nolte von der tierärztlichen Hochschule Hannover setzt den idealen Zeitraum für die Frühkastration sogar bereits bei 6-12 Wochen an.

 

Warum so früh? Die Antwort ist einfach: Weil dies das beste Alter für die Kastration ist! Und zwar sowohl aus medizinischer als auch aus tierschützerischer Sicht.


1. Aus medizinischer Sicht:

Statistisch gesehen, nehmen die Komplikationen bei Tieren über der 12. Lebenswoche zu. Bei Tieren, die in die Geschlechtsreife kommen, kommt es aufgrund des bereits entwickelten Unterfettgewebes verstärkt zu Blutungen. Die Eierstöcke müssen erst gesucht und freigelegt werden; alles überflüssige Schritte, die bei einem Welpen nicht nötig sind, da die Keimzellen noch frei liegen und nicht von umliegendem Gewebe überlagert sind. Zudem ist die Narkose bei älteren Tieren länger und so für das Tier belastender.

Um es einmal krass auszudrücken, diejenigen, die es für „Tierquälerei" halten, weil es sich ja schließlich um ein „Baby" handelt, verdrehen die Tatsachen. Das „Baby" steckt die Kastration nämlich weg wie nichts! Tierquälerisch handelt eher der, der sein Tier unnötig lange unkastriert lässt.

Für ein ausgewachsenes Tier ist die Kastration eine nicht unerhebliche Belastung, und die Katze braucht mindestens einen ganzen Tag, um wieder auf den Beinen zu sein. Nicht so eine Jungkatze.Diese ist in der Regel 2 Stunden später wieder voll da und spielt unbefangen mit ihren Geschwistern!Aus persönlicher Erfahrung können wir sagen, dass der augenscheinliche Unterschied im Zustand des Tieres schon kurz nach der Operation ALLE Zweifler eines Besseren belehrt hat.

 

2. Aus tierschützerischer Sicht:

Als Tierschützer ist es unsere vordringlichste Aufgabe, das Leben und die Gesundheit der Tiere zu schützen. Bei den Vermittlungen macht man immer wieder die traurige Erfahrung, dass Aufklärung der neuen Besitzer alleine nicht reicht: Bei Befragungen von Besitzern ehemaliger Tierheimwelpen stellte sich heraus, dass diese Tiere zumeist zwar inzwischen kastriert worden waren, 80% aber zuvor mindestens einen Wurf zur Welt gebracht hatten. Trotz einer sorgfältigen Auswahl der neuen Besitzer, trotz Vorbesichtigung und Vorausbezahlung, trotz Kastrationsgutscheinen oder einer vertraglichen Zusicherung - die meisten der aus Tierheimen oder von Tierschutzvereinen vermittelten Tiere wurden gar nicht oder nicht rechtzeitig kastriert! Dagegen steht die traurige Tatsache, dass ein Drittel aller Katzen, derer man sich im Tierheim zu entledigen versucht, aus einem ungewollten Wurf stammen. Viele Tierhalter „vergessen" die Kastration schlichtweg. Andere bemerken den Eintritt der Geschlechtsreife bei ihrer Katze überhaupt nicht, lassen die Katze unkastriert in den Freigang, oder haben keine Ahnung, wie erfinderisch eine rollige Katze sein kann, wenn es darum geht, sich Ausgang zu verschaffen. Auf diese Weise entwischen unzählige sogenannte „reine Wohnungskatzen" jährlich durch Fenster- oder Türschlitze und kommen - wenn überhaupt - trächtig wieder.

Und dann sind da noch diejenigen, die ihre Katze „auf jeden Fall" kastrieren lassen wollen, aber ihre Einstellung dann ganz schnell ändern, wenn sich Mieze zu einer schönen stattlichen Katze entwickelt.Dann möchte man auf einmal doch unbedingt Nachwuchs haben, denn „das werden bestimmt bildschööööne Kinder". Bildschöne Kätzchen bekommen die Tierheime und Tierschutzvereine nahezu täglich eingeliefert! Für jedes neugeborene Kätzchen muss ein anderer Katzenwelpe in einem Tierheim sein Dasein fristen oder gar sterben!

Für uns als Tierschützer, die das ganze Ausmaß der Tragödie tagtäglich vor Augen haben, ist dieser Zustand nicht hinnehmbar.

 

Die Vorteile der Frühkastration noch mal auf einen Blick.


1. medizinische Gründe für eine Kastration vor dem 3. Lebensmonat:

• kurze, unbelastende Narkose

• kurze OP

• fast keine Komplikationen

• fast keine Blutungen

• kleine Narbe

• schnelle Wundheilung

• verglichen mit älteren Tieren sehr geringe psychische Belastung

• zwei Stunden nach OP wieder fit

 

2. tierschützerische Gründe für eine Kastration vor Abgabe des Tieres:

• keine rollig entlaufenen Tiere

• keine Verstöße gegen die vertraglichen Kastrationsvereinbarungen

• keine ungewollten Schwangerschaften

• keine lästigen Kontrollanrufe bei den neuen Besitzern, ob die Kastration durchgeführt wurde

• keine Überraschungswürfe, die aufgenommen werden müssen

• keine Verwilderung ungewollter und ausgesetzter Katzen

• Reduktion der Ausbreitungsrate von FIV, Leukose und FIP

 

Quelle: CAT-CARE Tierhilfe Kassel e.V.